Objekttypen und Matchcodes bilden das Rückgrat der Inventur-Erfassung in eTASK. Dieser Artikel erklärt, wie Sie beides richtig anlegen und strukturieren.
Objekttypen verstehen und anlegen
Was ist ein Objekttyp?
Ein Objekttyp ist eine abstrakte Kategorie zur Klassifizierung von Inventargegenständen. Objekttypen sind hierarchisch organisiert und ermöglichen eine strukturierte Verwaltung.
Beispiel einer Hierarchie:
Objekttyp anlegen
Im Portal
Navigieren Sie zur Objektliste
Öffnen Sie das Menü "Objekttypen"
Klicken Sie auf "Neu"
Erfassen Sie die folgenden Informationen:
Pflichtfelder:
Name/Bezeichnung: Vollständige Bezeichnung (z.B. "Schreibtisch")
Code: Kurzer, eindeutiger Code (z.B. "SCH")
Hierachie-Code: wird automatisch berechnet anhand übergeordneter Objekttypen, z.B. MOE-TIS-SCH
Optionale Felder:
Einzahl: Singularform (z.B. "Schreibtisch")
Übergeordneter Objekttyp: Auswahl des Parent-Elements in der Hierarchie
Beschreibung: Erläuterung zur Verwendung
Symbol/Icon: Visuelle Darstellung
Farbe: Für bessere Unterscheidbarkeit
Anzeige Objektkataster: Immer aktivieren für bester Übersicht
Inventurpflicht definieren Nur Inventurpflichtige Objekte lösen in der My eTASK App Inventur eine Aktion aus beim verlassen des Raums. Regel: Bewegliche Objekte die Teil der Inventur sein sollen immer auf Inventurpflicht: Ja stellen. Lieber zu viele als zu wenige.
Speichern Sie den Objekttyp
Hierarchie aufbauen
Schritt für Schritt:
Erstellen Sie zunächst die oberste Ebene:
Beispiele: "Möbel", "IT-Ausstattung", "Gebäudetechnik"
Lassen Sie das Feld "Übergeordneter Objekttyp" leer
Erstellen Sie die zweite Ebene:
Beispiele unter "Möbel": "Tische", "Stühle", "Schränke"
Wählen Sie den entsprechenden Objekttyp der ersten Ebene als übergeordnet
Erstellen Sie die unterste Ebene (konkrete Typen):
Beispiele unter "Tische": "Schreibtisch", "Besprechungstisch", "Beistelltisch"
Wählen Sie den entsprechenden Objekttyp der zweiten Ebene als übergeordnet
Empfohlene Hierarchietiefe:
3-4 Ebenen sind in der Regel ausreichend
Zu flache Hierarchie: Unübersichtlich bei vielen Objekttypen
Zu tiefe Hierarchie: Kompliziert in der Bedienung
Best Practices für Objekttypen
Planung
Vor dem Anlegen klären:
Welche Hauptkategorien gibt es? (Möbel, IT, Gebäudetechnik, …)
Welche Unterkategorien sind sinnvoll?
Wie detailliert sollen die untersten Ebenen sein?
Gibt es eine vorhandene Struktur (z.B. aus Anlagenbuchhaltung), die übernommen werden kann?
Orientierungshilfen:
Für Möbel: Funktionale Gruppierung (Sitzmöbel, Tische, Schränke, …)
Für IT: Nach Gerätetyp (Computer, Peripherie, Netzwerk, …)
Für Gebäudetechnik: DIN 276 bietet bewährte Struktur (Kostengruppen 4** und 5**)
Anlagenklassen aus der Anlagenbuchhaltung können bei der Betrachtung helfen
Benennung
Eindeutig und verständlich:
"Schreibtisch" statt "Tisch 1"
"Monitor" statt "Bildschirm Display"
Verwenden Sie etablierte Begriffe
Einheitlich:
Singular oder Plural konsequent verwenden
Vorzugsweise Singular ("Schreibtisch" statt "Schreibtische")
Code-Vergabe:
Jeder Objekttyp benötigt einen eindeutigen Code, z.B. MOE für Möbel
Hierarchiecodes werden automatisch gebildet, z.B. MOE-TIS für den Objekttyp Tische unterhalb des Typs Möbel
Auffangkategorien
"Sonstige" anlegen:
Pro Hauptkategorie einen Objekttyp "Sonstige"
Für Objekte, die keiner konkreten Kategorie zugeordnet werden können
Kann später aufgelöst werden, wenn sich Muster ergeben
Beispiel:
Möbel
├── ...
└── Sonstige Möbel
IT-Ausstattung
├── ...
└── Sonstige IT-AusstattungFlexibilität
Objekttypen können später:
Umbenannt werden
Verschoben werden (andere Hierarchieebene)
Aufgeteilt werden (ein Typ wird zu mehreren)
Zusammengeführt werden (mehrere Typen werden zu einem)
Gelöscht werden (nur wenn keine Objekte zugeordnet sind)
Keine Angst vor Fehlern! Die Struktur kann angepasst werden, wenn sich im Laufe der Zeit bessere Erkenntnisse ergeben.
Matchcodes verstehen und anlegen
Was ist ein Matchcode?
Ein Matchcode entspricht einem konkreten Katalogeintrag eines Produkts oder Herstellers. Er ist die Brücke zwischen dem abstrakten Objekttyp und dem individuellen Inventargegenstand.
Hierarchie:
Objekttyp (abstrakt)
↓
Matchcode (Katalog)
↓
Objekt (konkret, physisch)Beispiel:
Objekttyp: Schreibtisch
Matchcode: "Schreibtisch Hersteller Mertens, Modell ProWork, 180x80cm, Buche hell, höhenverstellbar"
Objekt: Konkreter Schreibtisch mit Barcode 1004711, Raum 2.014, Nutzer Herr Müller
Matchcode anlegen
Im Portal
Navigieren Sie zu Objekte/Assets - Matchcodeliste
Klicken Sie auf "Neu"
Erfassen Sie die folgenden Informationen:
Pflichtfelder:
Code: Eindeutiger Kurzcode (z.B. "SCH0001")
Bezeichnung: Kurzbeschreibung (z.B. "ProWork 180x80")
Objekttyp: Zuordnung zum passenden Objekttyp (z.B. "Schreibtisch")
Empfohlene Felder:
Beschreibung: Ausführliche Beschreibung mit wichtigen Details, die ein Inventurteam auf einen Blick sehen muss
Größe/Maße
Farbe/Material
Besondere Ausstattungsmerkmale
Modellbezeichnung
Position des Barcodes: Wo wird das Etikett typischerweise angebracht?
Lange Beschreibung: Noch detailliertere Informationen, Verwendungshinweise
Hersteller: Auswahl der Hersteller-Firma aus der Firmenliste
Artikelnummer: Herstellerartikel-Nr.
Bild/Foto: Foto des Produkts, evtl. von der Hersteller Webseite (sehr empfohlen!)
Optionale Felder:
Kosten: Durchschnittliche Anschaffungskosten
Lieferzeiten: Übliche Lieferzeit
Speichern Sie den Matchcode
In der App (während der Inventur)
Wenn ein Matchcode während der Inventur fehlt:
Klicken Sie auf "Neuer Matchcode" in der Objekterfassung
Erfassen Sie:
Code
Bezeichnung
Beschreibung
Empfohlen: Foto aufnehmen
Speichern
Der neue Matchcode steht sofort zur Verfügung (bei Online-Betrieb auch für andere Teams)
Vorteil: Keine Unterbrechung der Inventur, fehlende Matchcodes können nachträglich vervollständigt werden.
Best Practices für Matchcodes
Detaillierungsgrad
Wie detailliert sollte ein Matchcode sein?
Zu detailliert:
"Schreibtisch Mertens ProWork 180x80cm Buche hell höhenverstellbar mit Kabelkanal Version 2023 mit Buchenfurnier Typ A Seriennummer-Präfix MW-2023"
Problem: Kaum wiederverwendbar, zu viele ähnliche Matchcodes
Zu allgemein:
"Schreibtisch"
Problem: Keine Unterscheidung zwischen verschiedenen Varianten
Optimal:
"Schreibtisch Mertens ProWork 180x80cm Buche hell höhenverstellbar"
Unterscheidungsmerkmale: Hersteller, Größe, Farbe, Hauptmerkmal
Kleine Varianten (z.B. Baujahr) werden vernachlässigt
Faustregel:
Merkmale aufnehmen, die bei diesem Objekttyp wichtig und sichtbar unterscheidbar sind
Unwichtige Details weglassen
nur aufnehmen, was später benötigt wird
Fotos
Unbedingt empfohlen!
Ein Foto im Matchcode: - Erhöht die Treffsicherheit bei der Zuordnung erheblich - Erleichtert die Arbeit der Inventur-Teams - Reduziert Rückfragen - Hilft bei späteren Beschaffungen
Foto-Qualität:
Gut beleuchtet
Objekt klar erkennbar
Hintergrund neutral
Typische Perspektive
keine Personen, Dokumente oder Bildschirminhalte
Foto-Quellen:
Herstellerkatalog / Website
Eigene Fotos von Bestandsobjekten
Online-Händler (Produktfotos)
Auffang-Matchcodes
"Sonstige" pro Objekttyp:
Legen Sie für jeden wichtigen Objekttyp einen Matchcode "Sonstige" an: - "Sonstige Schreibtische" - "Sonstige Monitore" - "Sonstige Drucker"
Verwendung:
Für seltene, einmalige Varianten
Wenn genaue Zuordnung im Moment nicht möglich/sinnvoll ist
Kann später durch konkrete Matchcodes ersetzt werden
Wichtig: Bei Verwendung von "Sonstige" sollte: - Ein Foto gemacht werden - Die Beschreibung ausführlich sein - Ggf. im Bemerkungsfeld Details notiert werden
Objekttypen & Matchcodes aus Anlagenbuchhaltung ableiten
Falls die Anlagenliste importiert wurde:
Gruppieren Sie Anlagenpositionen:
Nach ähnlichen Bezeichnungen
Nach Objekttyp
Nach Hersteller/Modell
Erstellen Sie Objekttyoen & Matchcodes für Gruppierungen:
Eine Gruppe = ein Matchcode
Beschreibung basierend auf gemeinsamen Merkmalen
Kosten als Durchschnitt der Gruppe
Verknüpfen Sie Anlagenpositionen:
Ordnen Sie jeder Position der Anlagenliste den passenden Matchcode zu
Erleichtert späteren Abgleich erheblich
📄 Anlagenbuchhaltung anbinden IC8302
📄 Anlagenliste importieren IC8304
Zusammenspiel von Objekttyp und Matchcode
Kaskadierung
Wichtig: Jeder Matchcode gehört zu genau einem Objekttyp.
Vorteile:
Strukturierte Auswahl bei der Erfassung
Erst Objekttyp wählen, dann passende Matchcodes zur Auswahl
Logische Gruppierung
Erleichterte Suche
Beispiel:
Objekttyp: Schreibtisch
├── Matchcode: Mertens ProWork 180x80 Buche
├── Matchcode: Mertens ProWork 160x80 Buche
├── Matchcode: Mertens ProWork 180x80 Ahorn
├── Matchcode: IKEA Bekant 160x80 weiß
└── Matchcode: Sonstige SchreibtischeNutzung bei der Erfassung
Ablauf:
Objekt wird neu gescannt/erfasst
Team wählt Objekttyp aus (z.B. "Schreibtisch")
System zeigt nur Matchcodes an, die zu diesem Objekttyp gehören
Team wählt passenden Matchcode aus (z.B. "Mertens ProWork 180x80 Buche")
Objekt ist typisiert
Vor der Inventur: Vollständigkeit prüfen
Objekttypen
Checkliste:
Alle Hauptkategorien angelegt?
Hierarchie vollständig und logisch?
Jeder inventurpflichtige Gegenstand hat einen passenden Objekttyp?
Auffangkategorie "Sonstige" vorhanden?
Codes vergeben und einheitlich?
Inventurpflicht-Flag gesetzt?
Objekttypen können nicht** in der App angelegt werden!** - Vor Start der mobilen Inventur muss der Katalog weitgehend vollständig sein - Objekttyp "Sonstige" zum Auffangen von Einzelteilen oder Unbekannten
Matchcodes
Checkliste:
Die häufigsten/wichtigsten Varianten sind als Matchcodes angelegt?
Beschreibungen sind ausreichend detailliert?
Fotos sind hinterlegt (zumindest für häufige Matchcodes)?
Zuordnung zu Objekttypen ist korrekt?
Auffang-Matchcode "Sonstige" pro Objekttyp vorhanden?
Matchcodes können** in der App angelegt werden!** → Katalog muss nicht 100% vollständig sein, kann während Inventur ergänzt werden.
Beispielhafte Strukturen
IT & Möbel
Häufige Fehler vermeiden
Fehler: Zu viele Detail-Objekttypen → Lösung: Lieber weniger Objekttypen, dafür differenzierte Matchcodes
Fehler: Matchcodes ohne Beschreibung/Foto → Lösung: Mindestens Beschreibung, idealerweise Foto hinterlegen
Fehler: Matchcodes zu spezifisch (nur für ein einziges Objekt) → Lösung: Matchcode sollte für mehrere gleichartige Objekte nutzbar sein
Fehler: Objekttypen-Katalog während Inventur erweitern wollen → Lösung: Objekttypen vor Inventur vollständig anlegen, nur Matchcodes können ergänzt werden
Fehler: Keine "Sonstige"-Kategorie → Lösung: Auffangkategorien für ungeplante Fälle vorsehen
Fehler: Uneinheitliche Benennungen ("Monitor" vs. "Bildschirm" vs. "Display") → Lösung: Einheitliche, etablierte Begriffe verwenden
Zusammenfassung
Objekttypen:
Abstrakte Kategorien zur Strukturierung
Hierarchisch organisiert
Vor Inventur vollständig anlegen (nicht in App erweiterbar)
3-4 Ebenen sind ideal
Auffangkategorie "Sonstige" vorsehen
Matchcodes:
Konkrete Katalogeinträge (Produkte, Varianten)
Gehören zu genau einem Objekttyp
Während Inventur erweiterbar
Beschreibung und Foto hinterlegen
Wiederverwendbar für gleichartige Objekte
Auffang-Matchcode "Sonstige" pro Objekttyp
Zusammenspiel:
Objekttyp → Matchcode → Objekt
Kaskadierte Auswahl erleichtert Erfassung
Strukturierte, nachvollziehbare Inventurdaten