Ein Schadstoffkataster dokumentiert systematisch alle gefundenen Schadstoffe in Gebäuden und verfolgt deren Sanierungsstatus.
Übersicht
Der Workflow läuft in vier Schritten:
- Gutachten anlegen – Beauftragung des Gutachters dokumentieren
- Fund erfassen – Gefundene Schadstoffe dokumentieren
- Fundorte zuordnen – Räumliche Verortung der Funde
- Status nachverfolgen – Bearbeitungsstand bis zur Beseitigung
Schritt 1: Gutachten anlegen
Menüpfad: Umweltschutzmanagement → Schadstoffkataster → Übersicht Gutachten → Neu
Pflichtfelder
Beim Anlegen eines Gutachtens müssen Sie drei Felder zwingend ausfüllen. Die Bezeichnung enthält den Titel des Gutachtens, beispielsweise "Asbest-Bestand Gebäude A". Das Datum des Gutachtens wird im Feld "Gutachten vom" erfasst, zum Beispiel der 15.03.2026. Unter "Erstellt durch" tragen Sie die Gutachter-Firma ein, etwa "Müller Schadstoffgutachten GmbH".
Optionale Felder
Zusätzlich können Sie weitere Informationen hinterlegen. Das Aktenzeichen dient der internen Referenzierung, während QR-Code oder Barcode die physische Dokumentenverwaltung unterstützen. Im Feld "Beauftragt durch" erfassen Sie Ihre Firma, unter "Auftraggeber" die verantwortliche Person. Die zuständige Person in Ihrem Unternehmen wird als Ansprechpartner dokumentiert. Der Status zeigt den Bearbeitungsstand des Gutachtens, etwa "In Bearbeitung" oder "Abgeschlossen".
Ergebnis
Nach dem Speichern steht das Gutachten zur Verfügung und Sie können Funde erfassen.
Schritt 2: Fund erfassen
Menüpfad: Schadstoffgutachten öffnen → Infobereich "Schadstoff-Funde" → Neu
Pflichtfelder
Jeder Schadstoff-Fund benötigt vier Pflichtangaben. Zunächst ordnen Sie den Fund einem Gutachten zu, beispielsweise "Asbest-Bestand Gebäude A". Als Schadstoff wählen Sie eine Abfallart aus, die das Flag "Schadstoffkataster" aktiviert hat, etwa "Asbest". Der Typ beschreibt die Art des Fundes, zum Beispiel "Schwach gebunden". Der Status zeigt den aktuellen Bearbeitungsstand, üblicherweise zunächst "Neu".
Optionale Felder
Zur weiteren Detaillierung können Sie einen internen Code für den Fund vergeben sowie eine ausführliche Bezeichnung zur Beschreibung des Fundes hinterlegen.
Wichtig: Das Feld "Schadstoff" verweist auf die Tabelle "Abfallarten". Nur Abfallarten mit aktiviertem Flag "Schadstoffkataster" stehen zur Auswahl.
Ergebnis
Der Fund ist dokumentiert und kann nun räumlich verortet werden.
Schritt 3: Fundorte zuordnen
Menüpfad: Fund öffnen → Infobereich "Fundorte" → Neu
Ein Fund kann mehrere Fundorte haben (z.B. Asbest in verschiedenen Räumen).
Pflichtfeld
Das Feld "Fund" ist automatisch vorbelegt und verbindet den Fundort mit dem übergeordneten Schadstoff-Fund.
Ortszuordnung (mindestens eines)
Für die räumliche Verortung wählen Sie mindestens eine Zuordnungsart. Bei Innenräumen nutzen Sie die Zuordnung zu einem Raum. Für Grünflächen, Wege, Aussenlager ordnen Sie den Fund einem Außenbereich zu. Wenn es um ein spezifisches Bauteil geht, verwenden Sie die Objektzuordnung.
Optionale Felder
In der detaillierten Ortsbeschreibung erfassen Sie weitere Informationen zum konkreten Fundort. Falls dieser Fundort einen anderen Bearbeitungsstand hat als der Gesamtfund, können Sie einen abweichenden Status für diesen speziellen Fundort setzen.
Beispiel:
Raum: "EG-Labor-01"
Beschreibung: "Deckenplatten, ca. 40 m²"
Status: "Zur Sanierung vorgesehen"
Ergebnis
Der Fund ist räumlich verortet. Mehrere Fundorte pro Fund sind möglich.
Schritt 4: Status nachverfolgen
Status-Workflow
Ein typischer Status-Verlauf:
- Vorhanden – Fund wurde erfasst und dokumentiert
- Beseitigung geplant – Sanierungsmaßnahme beauftragt
- Beseitigung begonnen – Sanierungsarbeiten laufen
- beseitigt – Schadstoff entfernt und abgenommen
Status ändern
Menüpfad: Fund öffnen → Feld "Status" → Neuen Status wählen
Alternative: Fundort öffnen → Feld "abweichender Status" → Bei Teilsanierung
Übersicht
Menüpfad: Umweltschutzmanagement → Schadstoffkataster → Schadstoffkataster
Die Übersicht zeigt alle Funde mit ihrem aktuellen Status. Filtern Sie nach:
- Gutachten
- Schadstoffart
- Status
- Gebäude/Räume
Best Practices
Gutachten-Verwaltung:
- Ein Gutachten pro Gebäude oder pro Sanierungsmaßnahme
- Gutachter-Firma immer korrekt zuordnen
- Status des Gutachtens pflegen
Fund-Erfassung:
- Für jede Schadstoffart separate Funde anlegen
- Typ korrekt wählen (z.B. bei Asbest: schwach/fest gebunden)
- Aussagekräftige Fundcodes vergeben
Fundort-Dokumentation:
- Räume bevorzugt verwenden (bessere Lokalisierung)
- Außenbereiche für bauliche Elemente
- Objekte für spezifische Bauteile (z.B. Heizkörper)
- Beschreibung nutzen für Details (Menge, Material, Zustand)
Status-Pflege:
- Status regelmäßig aktualisieren
- Bei Teilsanierung: "abweichender Status" am Fundort nutzen
- "beseitigt" erst nach Abnahme setzen
Dokumentation:
- Dokument des Gutachtens im Gutachten-Datensatz hinterlegen
- Sanierungsnachweise an Funde oder Fundorte anhängen
- Freigabebescheinigungen archivieren
Häufige Anwendungsfälle
Asbest-Kataster
- Gutachten "Asbest-Bestandsaufnahme Gebäude XY" anlegen
- Funde erfassen:
- Fund "Asbest schwach gebunden"
- Fund "Asbest fest gebunden"
- Fundorte pro Fund:
- Alle betroffenen Räume/Außenbereiche zuordnen
- Beschreibung: Art, Menge, Zustand
- Sanierung nachverfolgen:
- Status "Beseitigung geplant" für kritische Bereiche
- Status "Beseitigung begonnen" während Arbeiten
- Status "beseitigt" nach Abnahme
PCB-Kataster
- Gutachten "PCB-Screening Gebäude XY" anlegen
- Funde erfassen:
- Fund "PCB-haltige Dichtungsmassen"
- Fund "PCB-haltige Fugenmassen"
- Fundorte: Fassaden über Außenbereiche zuordnen
- Status: Langzeitüberwachung bis Gebäudesanierung
Schwermetall-Belastungen
- Gutachten "Bodengutachten Altstandort" anlegen
- Funde: Pro Metall ein Fund (Blei, Cadmium, Quecksilber)
- Fundorte: Über Außenbereiche (Flächen)
- Status-Tracking bis Bodensanierung