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Wie erfasse ich eine Gewässereinleitung

Umweltschutz

IC12595
eTASK Chili
Umweltschutz
eTASK Neon
Facility Manager
Sachbearbeiter

Die Dokumentation von Gewässereinleitungen erfüllt behördliche Auflagen nach dem Wasserhaushaltsgesetz.

Übersicht

Der Workflow läuft in zwei Schritten:

  1. Einleitpunkte anlegen – Wo wird eingeleitet?

  2. Einleitungen erfassen – Wann und wieviel?

Schritt 1: Einleitpunkt anlegen

Menüpfad: Umweltschutzmanagement → Einleitungen → Einleitpunkte → Neu

Ein Einleitpunkt ist die physische Stelle, an der Wasser in ein Gewässer eingeleitet wird.

Pflichtfelder

Geben Sie einen Code ein, der den Einleitpunkt eindeutig identifiziert (z.B. "ELP-01"). Die Bezeichnung beschreibt den Zweck (z.B. "Produktionswasser Standort Nord").

Optionale Felder

Ergänzen Sie bei Bedarf einen Ort mit der genauen Lage (z.B. "Nordseite Gebäude A, Kanal K7"). Ordnen Sie den Einleitpunkt einem Standort zu (z.B. "Werk Hamburg").

Wichtig: Der Einleitpunkt gehört zum Standort, nicht zu einem Gebäude!

Beispiele

Produktionsbetrieb:

Code: ELP-PROD-01
Bezeichnung: "Produktionswasser nach Kläranlage"
Ort: "Auslauf Kläranlage, Kanal K12"
Standort: "Werk Musterstadt"

Kühlwasser:

Code: ELP-KÜHL-01
Bezeichnung: "Kühlwasserrückführung"
Ort: "Nordseite Technikgebäude"
Standort: "Rechenzentrum Süd"

Schritt 2: Einleitung erfassen

Menüpfad: Umweltschutzmanagement → Einleitungen → Einleitungen → Neu

Einleitungen dokumentieren die tatsächlichen Einleit-Vorgänge mit Mengen.

Pflichtfelder

Wählen Sie den Einleitpunkt aus der Liste (z.B. "ELP-PROD-01"). Geben Sie das Datum für die Erfassung ein (z.B. 20.04.2026). Tragen Sie den Zählerstand Start als Anfangsstand ein (z.B. 12.450 m³) und den Zählerstand Ende als Endstand (z.B. 12.485 m³).

Eingeleitete Menge = Zählerstand Ende - Zählerstand Start

Ergebnis

Die Einleitung ist erfasst. Die Menge wird berechnet: 12.485 - 12.450 = 35 m³

Schritt 3: Belastungen dokumentieren

Menüpfad: Einleitung öffnen → Infobereich "Belastungen" → Neu

Belastungen sind die Schadstoffe im eingeleiteten Wasser.

Zuordnung

Wählen Sie eine UN-Nummer aus der Liste der gefährlichen Stoffe. Geben Sie die Konzentration ein (z.B. in mg/l) und die Einheit (z.B. "mg/l", "µg/l").

Mengenberechnung: Die absolute Menge pro Schadstoff wird im Bericht "Einleitungsprotokoll" automatisch berechnet (Konzentration × eingeleitete Wassermenge).

Beispiel

Einleitpunkt: "ELP-PROD-01"
Datum: 20.04.2026
Zählerstand Start: 12.450 m³
Zählerstand Ende: 12.485 m³
Eingeleitete Menge: 35 m³

Belastung 1:
- UN-Nummer: "UN 1713" (Zink)
- Konzentration: 0,5
- Einheit: mg/l

Belastung 2:
- UN-Nummer: "UN 1479" (Kupfer)
- Konzentration: 0,2
- Einheit: mg/l

Mengen werden im Einleitungsprotokoll berechnet:
- Zink: 17,5 mg (35 m³ × 0,5 mg/l)
- Kupfer: 7 mg (35 m³ × 0,2 mg/l)

Typische Anwendungsfälle

Geklärtes Produktionswasser

Vorbereitung:

  1. UN-Nummern für Schadstoffe bereitstellen (bereits im System vorhanden):

    • UN 1713 (Zink)

    • UN 1479 (Kupfer)

    • UN 1616 (Blei)

    • UN 1463 (Chrom)

    • Weitere nach Bedarf

  2. Einleitpunkt anlegen:

    • Code: ELP-KLAER-01

    • Bezeichnung: "Produktionswasser nach Kläranlage"

    • Standort: Werk Musterstadt

Erfassung (monatlich):

  1. Einleitung anlegen:

    • Datum: Monatsende

    • Zählerstände ablesen

    • Menge wird berechnet

  2. Belastungen erfassen:

    • Messwerte aus Labor eingeben

    • Pro Schadstoff: UN-Nummer auswählen, Konzentration + Einheit eingeben

    • Mengen werden im Einleitungsprotokoll automatisch berechnet

Dokumentation:

  • Messprotokolle als PDF anhängen

  • Bei Grenzwert-Überschreitungen: Maßnahmen dokumentieren

Kühlwasserrückführung

Vorbereitung:

  1. UN-Nummern für Kühlwasserzusätze (falls erforderlich):

    • Entsprechende UN-Nummern für Biozide

    • Temperatur und pH-Wert (falls behördlich gefordert)

  2. Einleitpunkt:

    • Code: ELP-KÜHL-RZ-01

    • Bezeichnung: "Kühlwasser Rechenzentrum"

    • Standort: RZ Nord

Erfassung (täglich oder kontinuierlich):

  1. Einleitung:

    • Datum: Täglich

    • Zählerstände: Von automatischem Zähler

    • Große Mengen (z.B. Tagesmenge 500 m³)

  2. Belastungen:

    • Temperatur (z.B. 28°C)

    • Biozid-Konzentration (falls Dosierung)

    • pH-Wert

Einleitungs-Übersicht

Menüpfad: Umweltschutzmanagement → Einleitungen → Einleitungen

Filter nach:

  • Einleitpunkt

  • Datum / Zeitraum

  • Standort

Best Practices

Einleitpunkte:

  • Pro physischer Auslauf ein Einleitpunkt

  • Eindeutige Codes vergeben (z.B. Nummerierung)

  • Ortsbezeichnung präzise (für Inspektion nachvollziehbar)

  • Standort korrekt zuordnen (nicht Gebäude!)

Einleitungen:

  • Erfassungsintervall nach Auflagen richten

  • Zählerstände direkt ablesen (keine Schätzungen)

  • Bei Ausfall: Ersatzwerte dokumentieren und kennzeichnen

  • Durchflussmenge prüfen (unrealistische Werte vermeiden)

Belastungen:

  • UN-Nummern für gefährliche Stoffe verwenden

  • Messwerte aus akkreditierten Laboren

  • Konzentration und Einheit korrekt erfassen (z.B. mg/l, µg/l)

  • Grenzwerte im Blick behalten (z.B. AbwV)

  • Mengenberechnung erfolgt automatisch im Einleitungsprotokoll

Dokumentation:

  • Messprotokolle digital anhängen

  • Bei Überschreitungen: Sofortmaßnahmen dokumentieren

  • Fotos von Zählerständen bei Bedarf

  • Genehmigungsbescheide verlinken

Archivierung:

  • Einleitungsdaten ausreichend lange aufbewahren (Pflichten prüfen)

  • Messprotokolle vollständig archivieren

  • Bei Betriebsende: Abschlussdokumentation

Rechtliche Grundlagen

Wasserhaushaltsgesetz (WHG):

  • § 57: Erlaubnispflicht für Einleitungen

  • § 58: Anforderungen

  • § 60: Dokumentationspflichten

Abwasserverordnung (AbwV):

  • Anhänge: Branchenspezifische Grenzwerte

  • Messhäufigkeit

  • Meldepflichten

Selbstüberwachungsverordnung (SüwV/SüVKan):

  • Eigenkontrollpflichten bei Einleitungen

  • Probenahme und Analyse

  • Dokumentation und Aufbewahrung

Landeswassergesetze:

  • Zusätzliche Auflagen je Bundesland

  • Genehmigungsverfahren

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