Wichtige Begriffe und Abkürzungen im Umweltschutzmanagement.
A
Abfallart Kategorie von Abfall nach Art, Herkunft und Eigenschaften. In eTASK zentrale Tabelle für alle vier Bereiche (Abfall, Schadstoffe, Einleitungen, Emissionen).
Abfallschlüssel 6-stelliger Code nach AVV zur eindeutigen Klassifizierung von Abfällen. Beispiel: 17 01 01 = Beton.
Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) Verordnung mit Liste aller Abfallarten und deren 6-stelligen Codes. Hierarchie: Hauptkapitel (01-20) → Kapitel → Abfallschlüssel.
Absaugpunkt Stelle, an der Luft abgesaugt wird (z.B. Abzug im Labor). Gehört zu einem Ventilator. Nicht zu verwechseln mit Emissionsquelle.
Abwasserverordnung (AbwV) Regelt Grenzwerte für Einleitungen in Gewässer oder Kanalisation. 60 Anhänge für verschiedene Branchen.
ADR Accord Dangereux Routier - Europäisches Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße.
Ausbreitungsrechnung Berechnung der Schadstoffverteilung in der Luft ausgehend von einer Emissionsquelle. Benötigt: Kaminhöhe, Durchmesser, Temperatur, Volumenstrom.
AVV Siehe Abfallverzeichnis-Verordnung.
B
Behälter Sammelstelle für Abfälle (z.B. Container, Giftschrank, Lager). Optional in eTASK - Transportaufträge können auch ohne Behälter erstellt werden.
Behälterart Typ des Behälters (z.B. "Container 10 m³", "Fass 200 l", "Giftschrank").
Belastung Schadstoffkonzentration in einer Einleitung. Angabe in mg/l oder kg.
BImSchG Bundes-Immissionsschutzgesetz - Regelung für genehmigungspflichtige Anlagen mit Emissionen.
BSB5 Biologischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen. Maß für organische Verschmutzung in Abwasser. Angabe in mg/l.
C
CSB Chemischer Sauerstoffbedarf. Maß für organische und anorganische Verschmutzung in Abwasser. Angabe in mg/l.
E
Einleitung Zeitlich begrenztes Ereignis der Abwasserableitung. Hat Datum, Menge und Schadstoffbelastungen.
Einleitpunkt Physischer Ort einer Einleitung (z.B. Kanalschacht, Vorfluter). Wird auf Standort-Ebene erfasst, nicht Gebäude.
Emissionsquelle Ort, an dem Schadstoffe in die Luft austreten (z.B. Kamin, Abluftöffnung). Nicht zu verwechseln mit Absaugpunkt.
Entsorger Firma, die Abfall entsorgt (z.B. Müller Entsorgung GmbH). Aus Stammdaten "Entsorgungsfirmen".
Entsorgungsart Art der Entsorgung (z.B. Verbrennung, Deponie, Recycling, Sondermüll).
Entsorgungsnachweis Dokument zur Bestätigung der ordnungsgemäßen Entsorgung gefährlicher Abfälle. Pflicht bei Abfällen mit *.
F
Fund Einzelner Schadstoff-Fund im Rahmen eines Gutachtens (z.B. "Schadstoff in Bodenbelag Raum 301").
Fundort Räumliche Stelle, an der Schadstoffe gefunden wurden (z.B. Raum, Außenbereich, Objekt). Kann mehrere Funde enthalten.
G
Gefährlicher Abfall Abfall mit * im AVV-Code. Erfordert Entsorgungsnachweis und besondere Transportvorschriften.
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) Regelung für Umgang mit gefährlichen Stoffen.
Genehmigungsrechtliche Anlage Anlage nach BImSchG, die eine Genehmigung benötigt (z.B. Kraftwerk, Müllverbrennung). Hat Genehmigungsbescheid.
GHS Globally Harmonized System - Weltweit einheitliches System zur Kennzeichnung von Gefahrstoffen. Ersetzt alte R/S-Sätze durch H/P-Sätze.
Gutachten Dokument mit Ergebnissen einer Schadstoffuntersuchung. Enthält alle Funde. Zentrales Element im Schadstoffkataster.
H
H-Sätze Hazard Statements = Gefahrenhinweise nach GHS. Beschreiben Art der Gefahr. Beispiel: H226 = Flüssigkeit und Dampf entzündbar.
Hauptkapitel Oberste Ebene der AVV-Hierarchie. 20 Hauptkapitel nach Herkunft (z.B. 17 = Bau- und Abbruchabfälle).
I
Immissionsschutz Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen (Lärm, Luftschadstoffe, Erschütterungen).
K
Kaminhöhe Höhe der Emissionsquelle über Grund. Wichtig für Ausbreitungsrechnung.
Kapitel Mittlere Ebene der AVV-Hierarchie. Untergruppe eines Hauptkapitels. Mit 2-stelliger Unternummer.
Kemler-Zahl 2-3-stellige Zahl auf Gefahrgut-Transportern. Beschreibt Art der Gefahr. Beispiel: 33 = leichtentzündliche Flüssigkeit.
Konzentration Anteil eines Schadstoffs pro Volumen oder Masse. Bei Abwasser: mg/l. Bei Emissionen: mg/m³.
Kostenstelle Buchhalterische Zuordnung für Kostenverteilung. Kann bei Behältern, Transportaufträgen, Emissionsquellen gesetzt werden.
KrWG Kreislaufwirtschaftsgesetz - Regelung für Abfallvermeidung, -verwertung und -beseitigung.
M
Menge Bei Einleitung: m³ Abwasser. Bei Transportauftrag: Tonnen oder m³ Abfall.
Messung Erfassung von Schadstoffkonzentrationen an einer Emissionsquelle. Mit Datum, Nummer, Prüfer und Schadstoff-Messwerten (Infobereich).
P
P-Sätze Precautionary Statements = Sicherheitshinweise nach GHS. Beschreiben Schutzmaßnahmen. Beispiel: P280 = Schutzhandschuhe tragen.
pH-Wert Maß für Säure/Base. Neutraler Bereich: 6-9. Wichtiger Parameter bei Abwassereinleitungen.
Phosphor Nährstoff in Abwasser. Verursacht Überdüngung (Eutrophierung) in Gewässern. Grenzwertpflichtig.
Q
Quelle Siehe Emissionsquelle.
R
R-Sätze Risk Phrases = Risiko-Sätze (alt, vor 2015). Ersetzt durch H-Sätze.
Recycling Wiederverwertung von Abfällen (z.B. Papier, Metalle, Kunststoffe). Entsorgungsart in eTASK.
S
S-Sätze Safety Phrases = Sicherheitssätze (alt, vor 2015). Ersetzt durch P-Sätze.
Schadstoff Stoff mit schädlicher Wirkung auf Mensch oder Umwelt. In eTASK: Abfallart mit Verwendungsflag "Schadstoffkataster".
Schadstoffkataster Systematische Erfassung aller Schadstoffe in Gebäuden/Anlagen. Mit Gutachten und Funden.
Schwermetalle Giftige Metalle (z.B. Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom). Relevant für Abwasser, Abfall und Boden.
Standort Gesamtes Werksgelände. Einleitpunkte werden auf dieser Ebene zugeordnet, nicht auf Gebäude-Ebene.
Status Zustand eines Objekts (z.B. Fund-Status: "Vorhanden", "Beseitigung begonnen", "beseitigt").
SüVKan / SüwV Selbstüberwachungsverordnung Kanalisation bzw. Selbstüberwachungsverordnung. Landesrechtliche Regelungen für Eigenkontrollpflichten bei Einleitungen in Gewässer oder Kanalisation. Legt Probenahme-Häufigkeit, Analysemethoden und Dokumentationspflichten fest.
T
TA Luft Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft. Regelung für Emissionsgrenzwerte und Ausbreitungsrechnung.
Transportauftrag Dokumentation einer Abfallentsorgung. Mit Datum, Abfallart, Menge, Entsorger, Transportmittel.
Transportmittel Art des Fahrzeugs zur Abfallentsorgung (z.B. LKW 7,5t, Container 10 m³, Gefahrgut-Transport).
TRGS Technische Regeln für Gefahrstoffe. Z.B. TRGS 519 (Asbest), TRGS 528 (Schweißrauch).
Typ Bei Fund: Art des Schadstoffs (z.B. "Schwach gebunden", "Fest gebunden").
U
UN-Nummer 4-stellige Nummer zur Identifikation gefährlicher Stoffe. Wird bei Gewässereinleitungen für Belastungen verwendet. Beispiel: UN 1713 = Zink.
V
Ventilator Technische Anlage zur Luftabsaugung. Zentrales Element der Emissionsinfrastruktur. Versorgt einen oder mehrere Absaugpunkte.
VOC Volatile Organic Compounds = Flüchtige organische Verbindungen. Lösungsmittel, Dämpfe. Emissions- und gesundheitsschädlich.
Volumenstrom Luftmenge pro Zeit (m³/h). Bei Emissionsquelle: Abluftmenge. Zusammen mit Konzentration ergibt sich Emissionsrate.
Vorfluter Gewässer, in das eingeleitet wird (z.B. Fluss, Kanal).
W
Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Bundesgesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts. §57-60: Regelungen für Einleitungen in Gewässer.
Z
Zählerstand Messwert eines Wasserzählers am Einleitpunkt. Differenz zwischen Start und Ende ergibt eingeleitete Menge.
Zahlen
17. BImSchV Siebzehnte Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz. Regelt Abfallverbrennungsanlagen (strenge Grenzwerte, kontinuierliche Messungen).
6-stelliger Code Siehe Abfallschlüssel (AVV).
Symbole
* (Stern) Kennzeichnung gefährlicher Abfälle im AVV-Code. Beispiel: 08 01 11* = Farben mit gefährlichen Stoffen. Erfordert Entsorgungsnachweis.